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Suizidprävention bei Tel 143 – jedes Gespräch ist anders, alle sind wichtig

News Mann bei Sonnenuntergang
09.09.2016
Wer sich an die Dargebotene Hand wendet, weiss: Er bleibt anonym und kann rund um die Uhr ein Gegenüber erreichen, das ihm offen begegnet. Das sind die Gründe, warum Tel 143 in der Schweiz auch nach bald 60 Jahren bei der Suizidprävention eine Schlüsselrolle spielt.

Reden wirkt antisuizidal. Wenn es Menschen in suizidalen Krisen oder mit Suizidgedanken schwerfällt, mit ihrem Umfeld über ihren seelischen Schmerz zu sprechen oder zu schreiben, ist die Dargebotene Hand ein wichtiger Ansprechpartner. Das Setting der Dargebotenen Hand ist ganz besonders geeignet für einen ersten Kontakt und Beistand bei Menschen, die am Leben verzweifeln. 2015 haben die Mitarbeitenden von Tel 143 über 2000 Gespräche und Onlinekontakte geführt, bei denen Suizidgedanken eine mehr oder weniger grosse Rolle spielten, was gut einem Prozent aller Kontakte entsprach. Der Anteil erscheint relativ klein, solche Gespräche sind aber oft besonders herausfordernd und vor allem auch besonders wichtig, da sie letztlich Leben retten könne.

Bei Gesprächen mit Menschen, deren Lebensbelastungen und Isolation das Weiterleben oft als kaum mehr erstrebenswert erscheinen lassen, leisten die Mitarbeitenden am Telefon und beim Schreiben immer wieder menschlichen Beistand und wirken damit antisuizidal. Jedes Gespräch ist anders, aber jedes ist wichtig. Bei den Gesprächen geht es eher selten um die akute suizidale Krise. Die Dargebotene Hand – Tel 143 ist eine Zewo-zertifizierte, konfessionell und politisch unabhängige Non-Profit-Organisation, die sich zu einem grossen Teil via Spenden finanziert. Sie stellt den national, in allen Sprachregionen erreichbaren, niederschwelligen Dienst eines Not- und Sorgentelefons für Menschen sicher, die in einer Krise oder in anderen schwierigen Lebensumständen hilfreiche und kompetente Gesprächspartner benötigen. Dank der Verankerung in den Regionen weiss die Dargebotene Hand auch, an welche Stellen Menschen nach Bedarf weitervermittelt werden können.

Zwölf Regionalstellen ermöglichen dieses Angebot an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr – dank rund 640 gut ausgebildeten, ehrenamtlich tätigen Frauen und Männern. Die Beratenden sind insbesondere auch für Gespräche mit Menschen in suizidalen Krisen geschult. Sie führen jährlich – bei weiter wachsender Nachfrage – gegen 160‘000 Gespräche mit Hilfesuchenden und leisten damit neben der Nothilfe auch einen wichtigen Beitrag zur Prävention und zur Linderung sozialer Not in unserem Lande.

Im Durchschnitt läutete 2015 bei der Dargebotenen Hand alle zweieinhalb Minuten das Telefon (total 218‘831 Anrufe. Neben dem Telefon betreibt die Dargebotene Hand auf www.143.ch auch eine Online-plattform für jene, die lieber via Mail oder Chat in Kontakt treten. Generell bestätigt sich, dass Männer besonders gut auf Online-Beratungsangebote ansprechen.

Die Dargebotene Hand wurde 1957 in Zürich vor allem auch im Dienste der damals kaum existierenden Suizidprävention im Schosse der Evangelischen Gesellschaft gegründet. Sie kann damit im kommenden Jahr auf ihr 60-jähriges Bestehen zurückblicken. Die Dargebotene Hand ist ganz besonders erfreut, dass sie als Partnerin der Präventionskampagne von SBB und Kanton Zürich im Jubiläumsjahr in einem Bereich in der Öffentlichkeit präsent ist, der bei ihrer Gründung eine wichtige Rolle spielte.

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